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„Wo steht das eigentlich?“ – Wenn HR über mehrere Köpfe verteilt ist 

Ausgangssituation 

In einem wachsenden Betrieb ohne eigene HR-Abteilung sind Personalthemen Chefsache. Oder Assistentinnensache. Oder irgendwosonst-Sache. Konkret bedeutet das: Verschiedene Personen kümmern sich nebenbei um alles, was unter „HR“ fällt – von der Vertragserstellung über Urlaubsregelungen bis hin zu Sondervereinbarungen. 

Was fehlt? Der Überblick. 

  • Welche Dienstverträge gelten aktuell? 
  • Welche Betriebsvereinbarungen sind in Kraft – und für wen? 
  • Gibt es überhaupt eine einheitliche Regelung zu Gleitzeit, Homeoffice oder Zeitausgleich? 

Die Antworten darauf: vage. Oder unterschiedlich. Oder „müsste ich nachschauen“. 

Das Problem 

  • Vereinbarungen sind oft veraltet, widersprüchlich oder gar nicht mehr auffindbar
  • Unterschiedliche Versionen von Dienstverträgen kursieren – mit teils abweichenden Formulierungen zu Arbeitszeit, Kündigung, Überstunden etc. 
  • Neue Mitarbeiter:innen bekommen Infos auf Zuruf oder per Word-Dokument aus dem Archiv. 
  • Es gibt keine zentrale Stelle, die über alles Bescheid weiß – und keine Übersicht, wer was zu welchen Bedingungen unterschrieben hat. 

Die Lösung: Projekt „HR-Aufräumen“ 

Eine externe HR-Expertin wird geholt – und macht genau das, was intern (zeitlich) niemand schafft: systematisch aufräumen. 

Die Maßnahmen: 

  1. Bestandsaufnahme: 
    Sichtung sämtlicher vorhandener Unterlagen – Dienstverträge, Zusatzvereinbarungen, Betriebsvereinbarungen, Richtlinien. Egal ob digital, in Ordnern oder in E-Mail-Anhängen. 
  1. Prüfung auf Aktualität & Rechtskonformität: 
    Was ist veraltet? Was fehlt? Wo widersprechen sich Dokumente? Wo braucht es Ergänzungen, weil z. B. gesetzliche Grundlagen (Stichwort: Arbeitszeitgesetz, Homeoffice-Regelung) sich geändert haben? 
  1. Überarbeitung & Standardisierung: 
    Vereinheitlichung der Vertragsgrundlagen – inklusive neuer Vorlagen für Dienstverträge, Mustervorlagen für künftige Zusatzvereinbarungen und klare Strukturierung nach Themen. 
  1. Informationsaufbereitung: 
    Erstellung thematisch sortierter Übersichtsblätter („Was gilt bei Homeoffice?“, „Wie funktioniert Zeitausgleich?“, „Welche Regelungen gibt’s bei Krankheit?“) mit Verweisen auf die entsprechenden Vereinbarungen. Kurz, verständlich, anwenderfreundlich. 

Der Nutzen auf einen Blick 

Rechtssicherheit: 
Einheitliche, aktuelle Vertragswerke – kein Risiko durch fehlerhafte oder überholte Vereinbarungen. 

Transparenz: 
Alle Beteiligten wissen, was gilt – und wo es steht. 

Entlastung: 
Weniger Rückfragen, weniger Chaos, keine mehrdeutigen Aussagen à la „Ich glaub, bei dem haben wir was anderes vereinbart“. 

Professionalisierung: 
Auch ohne eigene HR-Abteilung gibt es jetzt einen klaren, dokumentierten Standard

Zukunftsfähigkeit: 
Neue Mitarbeitende bekommen strukturierte Infos – statt einen Word-Vertrag von 2012 mit handschriftlichem Zusatz. 

Fazit 

HR braucht keine eigene Abteilung, um professionell zu sein – aber jemanden, der aufräumt, sortiert und Klarheit schafft. 
Denn was bringt die beste Vereinbarung, wenn keiner mehr weiß, dass es sie gibt?